Ventile einstellen

Re: Ventile einstellen

Beitragvon Lorenz » 18.04.2014, 22:46

Bild

also wenn deine CB500 ab 4.000 u/min. seidenweich läuft, dann fahr sie doch einfach in diesem Drehzahlbereich. Du merkst doch selber, bei welcher Drehzahl sich der Motor richtig wohl fühlt. Den Rest machst du mit der Schaltung. Ich glaube, du denkst viel zu viel nach. Vegiss etwas die ganze Theorie und habe einfach Spaß mit deiner Maschine.

Lorenz
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon tahelia » 18.07.2018, 22:55

Hallo miteinander und guten Tag!
Darf ich mich vielleicht hier einfach mal dranhängen, und die erfahrenen Schrauber hier fragen:
Meine hat jetzt 26T gemacht, und so habe ich nun mal das Ventilspiel kontrolliert.
Und bin jetzt einigermassen von den Socken, welche Differenz sich da am Einlass vom linken zum rechten Zylinder auftut.
------- L -----L---- R-----R
Ausl. 0,23 0,23 0,23 0,21
Einl. 0,12 0,12 0,16 0,16

Ist mit den 0,12 da irgendeine Geschichte zu vermuten? Oder ist das unbedenklich, abgesehen davon, dass da Shims rein müssen.
Die Maschine ist auf 35 kW gedrosselt, und geht dafür phantastisch.
Ich hatte die so gut wie neu bekommen, als 34PS Maschine von Haus aus, aber es ist eine 97er aus Italien, wo der Tank der schlimmst denkbare Rostfall war.
Ich spare mir die Schilderungen, den zu retten. Schlussendlich hat die Sache mich ne Menge Zeit, und einen gebrauchten Vergaser
und Tank, gekostet. Beides mit Glück sehr günstig. Aber. Die hatte ja schon 4000T drauf, und der Vergaser war bis in die letzten Details
mit einer hochwertigen, dickwandigen Rosteloxierung versehen.
Ich dachte mir nach der Herrichtung, hm, hoffentlich hat der Rost im Motor selbst keine gravierenden Schäden hinterlassen, aber leistungsmäßig ist da nichts zu spüren.
Die rennt in der 50 PS Version fast 190 Tacho.
Ich wollte auch mal sagen, wie toll ich dieses Forum mit seinem Wissen und dem Wiki finde.
Vielen Dank für all die Beiträge.
Ich bin ein sehr kurzbeiniger Mensch, und die CB ist eine sehr gute Maschine, mit der selbst ich durch meine abgespeckte Bank mit beiden Beinen auf dem Boden stehen kann.
Seit ich links durch einen Umfaller fast ein Bein verloren hätte, ein absolutes Muss.
Am liebsten fahre ich Kurven, und da ist die kleine traumhaft. Wie schön die Kurven nimmt, ohne Kniekratzen, sieht man ja schön bei den Schaaf-Filmen. Ist genau mein Ding.

steff
tahelia
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon rednug » 19.07.2018, 15:56

Ich (!) würde die Einlassdifferenz etwas ausgleichen wollen - links. Ob es ein muss ist, wage ich nicht zu schreiben.

Gunder
rednug
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon Elbflorentiner » 19.07.2018, 18:55

Hallo alle zusammen,

da ich ja nun auch seid einiger Zeit wirklicher glücklicher Besitzer zweier CB´s bin, und ich alles daran selbst schraube, kann ich vielleicht noch ein paar Anregungen aus meinen Erfahrungen beisteuern.
Also, Ventilspiel an der CB 500.
Sie hat einen OHC Motor mit oben liegenden Nockenwellen und hängenden Ventilen, Tassenstößeln, die über Einstellscheiben ( Chims ) das Ventilspiel einstellen.
Das Ganze ist eine recht einfache und günstige, aber auch unanfällige Bauweise. Die Größe der Tassenstößel und die Breite der Nocken ist übrigens ähnlich derer von vielen Pkw - Motoren und sehr verschleißarm konstruiert.
Das Ventilspiel wird bauartbedingt kleiner, das sich die Venile in den Ventilsitz einarbeiten und damit nach oben in den Zylinderkopf in Richtung der Nocken bewegen.
Es wird also immer weniger Platz zwischen Tassenstößel und Nocken. Die Toleranz ist von Honda recht eng gesteckt. Nur 0,02 mm nach oben oder unten.
Deshalb also ein Kontrollintervall des Spiels von 24 Tkm.
Die Folgen von falschem Ventilspiel wurden ja schon erläutert. Zu klein bedeutet eine schlechte Wärmeableitung über den Ventilteller an den Zylinderkopd und das Ventiel kann durchbrennen und wäre damit zerstört. Außerdem kann es nicht mehr korrekt schließen und die kompremierten Gase können entweichen. Verkokte Einlassventile können auftreten. Bedeutet auch etwas Leistungsverlust.
Zu großes Ventilspiel ist etwas unproblematischer. Eventuell Klappergeräusche der Ventile. Allerdings wird der Füllungsgrad der Zylinder geringer, da die Ventile später öffnen und eher schließen, was ebenfalls zu etwas weniger Leistung führt. Ob man das merkt, sei dahingestellt.

Bei meiner Maschine war bis 33000 km nie etwas an den Ventilen geprüft oder eingestellt worden. Es war von 8 Ventilen nur noch eines innerhalb der Toleranzgrenze. Alle anderen waren zu klein. Das kleinste Einlassspiel betrug nur noch 0,09 mm , Auslass: 0,22 mm.
Da es die Shims nur in Schritten von 0.025 mm gibt, kann man ohnehin nicht immer den Sollwert genau treffen.
Da die Ventilspiele ja tendenziell kleiner werden, habe ich meine an die obere Toleranzgrenze haran eingestellt, damit sie dann im laufe der Zeit ungefähr beim Sollmaß stehen und ich bei der nächsten Kontrolle nicht gleich wieder einstellen muß. Ein Außlassventiel war danach sogar noch 0,01 mm darüber :roll: , was völlig ok ist. Das Spiel verändert sich auch nur in der Einfahrzeit stärker. Später dann nur noch sehr wenig.

Merkt man ein falsches Spiel im Vorfeld ? Ich habe keinen Unterschied von Vorher zu Nachher feststellen können, abgesehen von den sichtbar verkokten Einlassventilen. :roll: Fahrleistungsmäßig war es aber nicht spürbar.
Machen sollte man die Ventilespielkontrolle / Einstellung aber dennoch, sonst könnte der schöne Motor wirklich Schaden nehmen.

Vielleicht noch ein Wort zu den Kosten. Die CB ist kein neues Bike mehr. Alle Maschinen, die es gibt, sind mindestens 14 / 15 Jahre alt und älter, kosten meist deutlich unter 2000 €. Ein solches Motorrad ist günstig in der Anschaffung und prädestiniert dafür, um selbst daran zu schrauben. Und das geht an dieser Maschine nun wirklich sehr gut. Alle Beschreibungen bei Wiki, Youtupe und natürlich unser hilfreiches Forum hier, leisten dabei sehr gute Unterstützungsarbeit.
Auch für Laien, die gern selbst werkleln wollen und technisches Interesse haben, ist die CB ideal. Viel kaputt oder falsch machen, kann man nicht.
Und es ist ratsam, die CB einmal gründlich durchzureparieren, wenn man sie bekommt und keine genaue Historie hat, damit man selbst Grund in den Wartungsstand bekommt und selbst weiß, was wann wie an seiner Maschine gemacht wurde und dann darauf alle Folgearbeiten aufbaut. Die CB dankt einem das auf jeden Fall !
Natürlich ist es auch möglich, die ganzen Arbeiten von Werkstätten durchführen zu lassen, allerdings ist dann der Vorteil des günstigen Anschaffungspreises schnell dahin.
Wer keine Lust hat, selbst Hand anzulegen, sucht sich entweder Hilfe oder spart noch etwas, um sich ein neues und teureres Bike und die anfallenden Werkstattkosten leisten zu können.
Aber das ist wieder ein anderes Feld... :up:

Grüße, Dirk
Zuletzt geändert von Elbflorentiner am 19.07.2018, 18:55, insgesamt 2-mal geändert.
Elbflorentiner
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon mischinka » 20.07.2018, 08:46

Super Beitrag!
Ich hatte mir die CB besorgt, um ein zuverlässiges Motorrad zu haben, um das man sich nicht kümmern muss und das nicht kaputt geht. Aber man muss sich natürlich darum kümmern.
Tatsächlich war es so, dass sich die Sorgenfreiheit erst nach dem o.g. Durchreparieren (u.a. Ventilspieleinstellung) eingestellt hat. Und das ist tatsächlich machbar.
Es war einiges mit der Maschine im Argen, was ich als Nichtwissender in Bezug auf Motorradbasteln ja gar nicht wissen oder erkennen konnte.
mischinka
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon tahelia » 20.07.2018, 13:36

OK!:-D
Danke Euch allen!
Vorab mal, ich werde mir wohl keine andere Maschine mehr kaufen, und habe für die hier oder eine zweite Ideen,
zu der sich den orthodoxen Anhängern der CB wahrscheinlich ein paar Härchen aufstellen, aber darüber möchte ich erst reden, wenn es soweit ist.
Ich sag nur soviel: Der komplette Antriebsstrang ist gut für sehr reichlich über 60 PS. Die geliehene CB 750 damals eines Freundes hatte 67, und
mehr werde ich auf einer 190 kg Maschine nie benötigen.
Mein Prob ist einfach: Es gibt keine andere Maschine, die mit meinem Körperbau so gut zusammenspielt.
Die MT07, ja, die SV650, ein paar Ducaties, ne Duke, alle ziehen sie mich über den Tank oder ich komm sowieso nicht runter.
Oder sehen bescheiden aus. Dieses moderne Plastikgezacke, uäh.
Diese Ventileinstellerei erscheint schon ein bissl wie ein Anachronismus, wenn man sich in Autos
(meine hatten bis jetzt noch alle einen Zündschlüssel, und da kommt nix moderneres mehr ins Haus) einfach reinsetzt und fährt,
ohne große unweigerliche Arbeiten, mal abgesehen vom geliebten Zahnriemen.
Aber ich glaube, selbst die Böcke für die NW's, den Kettenspanner usw sind Sachen, die jemand,
der das schon ein paarmal gemacht hat, in zwei bis drei Stunden erledigt. Für mich also das doppelte bis dreifache.
Was hier so toll ist, man bekommt die Tricks vermittelt, die einem sonst nur die Lehre in einer Werkstatt zur Hand gibt,
und das ohne Klapse hinter die Löffel, oder Bier holen müssen;-)
Konkret jetzt, bevor ich wieder schwadroniere, ich wollte einfach wissen, ob die Verknappung des Einlassspiels auf .12 während 25T km
ungewöhnlich sind, oder ob das öfter bei Motoren vorkommt, die dann noch 80T halten;-)

steff

Posting automatisch zusammengeführt: 20.07.2018, 13:09

mischinka » 20.07.2018, 08:46 hat geschrieben:Super Beitrag!
Ich hatte mir die CB besorgt, um ein zuverlässiges Motorrad zu haben, um das man sich nicht kümmern muss und das nicht kaputt geht. Aber man muss sich natürlich darum kümmern.
Tatsächlich war es so, dass sich die Sorgenfreiheit erst nach dem o.g. Durchreparieren (u.a. Ventilspieleinstellung) eingestellt hat. Und das ist tatsächlich machbar.
Es war einiges mit der Maschine im Argen, was ich als Nichtwissender in Bezug auf Motorradbasteln ja gar nicht wissen oder erkennen konnte.


Ja, und ich bewundere das so, wenn dann einer schreibt, war es FlyingBrick, jaa, und dann hab ich gleich mal die Lager der Schwinge angeschaut(ausgebaut?) und gefettet!;-)
Ich glaube schon, es ist ein geiles Gefühl, wenn es an der Maschine nichts mehr gibt, was einem die Sorgenfalten wegen Bewältigungsunmöglichkeit auf die Stirn treibt:D
Ich besitze 13 Fahrräder, 2 Drittel davon selbst (zusammen)gebaut, und an diesem Fahrrad jetzt hier fällt mir vor allem sein respektables Gewicht auf! Ahh, da ist der Motor!
Der mich so erstaunt.
Was für eine Leistung, ein 2 Zylinder, der so drehfreudig ab 4 seidenweich seine Leistung zubuttert, und mit dem ich bei 2 ohne Geruckel durchs Dorf tuckere.
Mir reicht die Renntechnik der 80er, was brauche ich da mehr. Und die Cup-Rennen! Yeesus, die wagen ihren Hals sehr respektabel.
Es war mir zB schon immer ein Vergnügen, mit meinem Fiat Uno (Archmimedes sei seiner Seele gnädig) und seinen 50 PS in eine Kurve zu fahren, 60,
hinter mir ein Audi-schiess-mich-tot mit 400 sind-nicht-zu-sehen-PS, und beschleunigend durchzuziehen, und plötzlich ist der im Rückspiegel richtig klein.
Mit viel PS und superduper Fahrwerk, ja, ok, aber aus Understatement heraus überraschendes zu leisten, macht viel mehr Spass.
Auf Bergstrecken habe ich nicht oft erlebt, dass mich jemand an meiner CB vorbei überholt.

steff

Posting automatisch zusammengeführt: 20.07.2018, 13:29

Elbflorentiner » 19.07.2018, 18:55 hat geschrieben:Hallo alle zusammen,

da ich ja nun auch seid einiger Zeit wirklicher glücklicher Besitzer zweier CB´s bin, und ich alles daran selbst schraube, kann ich vielleicht noch ein paar Anregungen aus meinen Erfahrungen beisteuern.
....
Bei meiner Maschine war bis 33000 km nie etwas an den Ventilen geprüft oder eingestellt worden. Es war von 8 Ventilen nur noch eines innerhalb der Toleranzgrenze. Alle anderen waren zu klein. Das kleinste Einlassspiel betrug nur noch 0,09 mm , Auslass: 0,22 mm.
Da es die Shims nur in Schritten von 0.025 mm gibt, kann man ohnehin nicht immer den Sollwert genau treffen.
Da die Ventilspiele ja tendenziell kleiner werden, habe ich meine an die obere Toleranzgrenze haran eingestellt, damit sie dann im laufe der Zeit ungefähr beim Sollmaß stehen und ich bei der nächsten Kontrolle nicht gleich wieder einstellen muß. Ein Außlassventiel war danach sogar noch 0,01 mm darüber :roll: , was völlig ok ist. Das Spiel verändert sich auch nur in der Einfahrzeit stärker. Später dann nur noch sehr wenig.

Merkt man ein falsches Spiel im Vorfeld ? Ich habe keinen Unterschied von Vorher zu Nachher feststellen können, abgesehen von den sichtbar verkokten Einlassventilen. :roll: Fahrleistungsmäßig war es aber nicht spürbar.
Machen sollte man die Ventilespielkontrolle / Einstellung aber dennoch, sonst könnte der schöne Motor wirklich Schaden nehmen.
...
Grüße, Dirk


Dank Dir, Dirk, ja, 00,9, ok, das gibts also auch, aus der ersten Zeit.
Der Trick, die Shims jetzt etwas auf Übermass zu sortieren, um dadurch etwas länger Ruhe zu haben, macht Sinn.
Gee, ich wundere mich immer, wie schnell die Tausender aufs Instrument blättern, wenn ich denn zum Fahren komme.
Ich werde es mir verkneifen, jetzt gross weiterzufahren, ohne die gemacht zu haben. Wie Du sagst, die Ventile, Ventilsitze altern schneller als nötig, ausserdem war mein Verbrauch schon besser. Ich konnte die anfangs unter 4l fahren, im Moment ists n bissl mehr. Wieviel hat Dein Motor jetzt drauf?

steff
Zuletzt geändert von tahelia am 20.07.2018, 13:36, insgesamt 4-mal geändert.
tahelia
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon Elbflorentiner » 20.07.2018, 22:41

Hallo Steffen,

so lange habe ich die beiden Maschinen noch gar nicht. Beide wurden im Herbst letzten Jahres gekauft und über den Winter erst die eine und nun die andere repariert und zum laufen gebracht.
Mit der dem ersten Bike bin ich jetzt erst gut 3500 km gefahren, davon 700 km Autobahn mit streckenweiser Volllast.
Ein Verbrauch unter 4 Litern /100km erscheint mir schon ziemlich wenig. Angegeben werden die Maschinen mit etwas um die 5 l/100km. je nach Fahrweise natürlch. meine benötigt 4,7 /100km.

tahelia hat geschrieben:Vorab mal, ich werde mir wohl keine andere Maschine mehr kaufen, und habe für die hier oder eine zweite Ideen,
zu der sich den orthodoxen Anhängern der CB wahrscheinlich ein paar Härchen aufstellen, aber darüber möchte ich erst reden, wenn es soweit ist.


Lach, wir sind hier nicht alle " old wise men ", die mit weißen Rauschebärten und strenger Miene mahnend den Zeigefinger erheben, wenn sich jemand auch nur anschickt, die klobigen Originalblinker im 90´er Style gegen gefälligere auszutauschen oder ein Windschild montiert, um den Göttern der Aerodynamik besser huldigen zu können. :)
Egal, was du montierst, veränderst oder nachrüstest, es wird immer eine CB500 bleiben, aber so wird aus dieser CB genau DEINE CB und so sollte es auch sein, finde ich. :up:

Grüße, Dirk
Zuletzt geändert von Elbflorentiner am 20.07.2018, 22:41, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon rednug » 21.07.2018, 13:42

. . .

Erst wenn das Ventilspiel korrigiert werden muss, wird's teuer.

. . .

In der Werkstatt - ja ;)

Gunder
rednug
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon Elbflorentiner » 21.07.2018, 14:21

Hat denn mal jemand von euch die Ventile in der Werkstatt einstellen lassen? Mich würden mal interessehalber die Kosten dafür interessieren.

Gruß, Dirk
Elbflorentiner
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon Wormser » 21.07.2018, 15:16

Elbflorentiner » 21.07.2018, 14:21 hat geschrieben:Hat denn mal jemand von euch die Ventile in der Werkstatt einstellen lassen? Mich würden mal interessehalber die Kosten dafür interessieren.

Gruß, Dirk


Ein Kumpel von mir hat das machen lassen, bei einem renomierten Hondahändler.Tank und Teile außenrum hat er schon weggebaut und mit dem Hänger gebracht-- 240 eur.Hat alles gestimmt.Nix eingestellt.
Wormser
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon tahelia » 21.07.2018, 15:29

Lach, wir sind hier nicht alle " old wise men ", die mit weißen Rauschebärten und strenger Miene mahnend den Zeigefinger erheben, wenn sich jemand auch nur anschickt, die klobigen Originalblinker im 90´er Style gegen gefälligere auszutauschen oder ein Windschild montiert, um den Göttern der Aerodynamik besser huldigen zu können. :)
Egal, was du montierst, veränderst oder nachrüstest, es wird immer eine CB500 bleiben, aber so wird aus dieser CB genau DEINE CB und so sollte es auch sein, finde ich. :up:

N-ja, klar, sicher, aber ich hatte eben über die Jahre erlebt, das mal ab und an einer frug, ob man denn die CB nicht schneller machen könne, und dann wurde der käufliche 1 PS Klimmzug von AlphaTech erwähnt, aber sonst gäbe es da nichts, und die CB sei eine so ausgeglichene und perfekt abgestimmte Maschine, das nur der Gedanke daran, da etwas im größeren Stil zu ändern, keinen Sinn mache, da zb das Fahrwerk nicht mitkönne, ein Übermass an Leistung würdevoll auf die Strasse zu bringen. Na ja. Denn. Wie lange, 80 Jahre lang wurden auch ohne Monofederung hinten Rennen gefahren, und die Gabel hat sich nicht wesentlich geändert. Der Rahmen selbst ist, finde ich, recht bocksteif. Ok, ich weiss jetzt nicht, wie steif bei einem 120 kg Menschen, der sich von der linken Kante auf die rechte schmeisst, aber was ich an Verzug im Kurvenverhalten feststellte, war auf die Federung und die Reifen zurückzuführen. Und mit den BT45 muss ich sagen, bin ich längst im Bereich, wegen den Fussrasten oder dem Ständer aufzusitzen. Jetzt habe ich mir die 302 von YSS geleistet, und bin da gespannt, und die Wilberts Federn warten noch auf den Einbau. Womit ich letztendlich wieder bei der Leistung ankomme.
Die Kette ist die gleiche wie bei anderen 70 PS Maschinen. Und der Motor könnte die Leistung ab. Aber ich denke da nicht daran, dass über die Drehzahl zu machen, sondern die Füllung. Ich habe mir mal die Platzverhältnisse angeschaut.
Die Grundidee ist ganz einfach. Es gibt heute Impellerantriebe schon ab 70mm Durchmesser, da kann man sich die Leistung von ein paar Hundert Watt und wieviel bitte, aussuchen, und das sind Aggregate mit einem Material und Toleranzwerten gebaut, dass die Standzeiten sehr beachtlich sind. Meine Idee ist, nur im Überholbetrieb, eben eigentlich nur dann, wenn ich das mehr benötige, sagen wir mal 10 PS mehr abzurufen. Wer das mehr für die Autobahn oder so will, soll sich eine andere Maschine zulegen, klar. Im Lufi-Kasten der CB ist neben dem mittigen Durchlass nach oben hinten Platz für einen solchen Impeller. Die Anordnung muss so gewählt werden, dass der Impeller im Normalbetrieb auf dem Nebenweg gebypasst wird, bz im kleinen Rahmen mitdreht, sozusagen rekuperierend, ohne dass das abgerufen wird, und es darf auch nicht zuviel Leistung vom Zuluftstrom abziehen. Wenn die CB in der Beleuchtung komplett auf LED-Betrieb umgestell wird, spart das mal schnell über 100 Watt ein, mit denen zusätzlich ein recht großer Li-Ionen Block gespeist wird, und so reichlich Leistung für die aktive Laufzeit des Impellers zur Verfügung stellt. Den Sprit für die überhöhte Füllung würde ich nicht einfach über eine größere
Hauptdüse bereitstellen, sondern über die Choke-Bohrung. Wenn man die Schilttenkonstruktion für den Chokemechanismus etwas aufbereitet, kann man das ganze auch Fly by wire aufbauen, mit einem besseren Servo aus dem Modellbereich.
Wie ausreichend schnell aus dieser Düse die nötige Verwirbelung im Vergaser stattfindet, konnte ich noch nicht probieren. Aber ich denke, das müsste gehen. Das ganze elektronisch so zu konstruieren und konzertieren, dass die Sicherheit im Betrieb gegeben ist, ja, das ist machbar. Ich wundere mich schon lange, das noch keiner die Idee der höheren Leistung abrufbar nur für kritische Momente umgesetzt hat.
Man kann ja jetzt schon mit zweihundert auf der Bahn mit der CB brettern, wer will da mehr. Aber letztes Jahr hat mich eine Oberstudienrätin ins Grüne geschickt, weil sie, als ich auf einer Bergstrecke fast neben ihr war, mal für die nächste Kurve nach links ausholen wollte. Mit den extra-PS hätte es an ihr vorbei gelangt. So landete ich im regen Gespräch mit meinen Schutzgeistern, ob ich denn bitte schön die komplette gesammelte Energie aufrecht und in Würde bei 60 km/h mit meiner Maschine erst in der Grasnarbe und dann im Graben zu Null werden lassen könnte und würde, im Grünen. Gott sei Dank an dieser Stelle keine Felswand oder so. Die Lampe bestrahlte jetzt eine imaginare Stelle im Himmel, die rechten zwei Zeiger waren abgebrochen, und mit dann zwei Frauen und mir stellten wir die Kiste wieder auf die Strasse, und ich hatte noch reichlich eine Stunde für über hundert Km nach Hause vor dem Dunkelwerden. Hm. In Zukunft werde ich wohl wesentlich deutlicher auf mich aufmerksam machen, wenn ich überhole. Blinken und Fernlicht reicht da nicht. Hausrennstrecke und kavalierartiges Fahren scheinen manchmal kontraproduktiv. It's the Ausstrahlung, Baby, yeah.

Ach so, und wegen der Blinker: Du wirst lachen, ich habe ein gestern doch wieder aus der Bucht gefischte Stanley's von einer PC26 eingebaut, obwohl ich hier die superduperLED Fischle rumliegen hab, die richtig hell leuchten.
Ich will einfach dem TÜVer in ein paar Tagen das Gefühl gönnen, es gibt noch Leute, die Stimmigkeit schätzen!;-) Und, mal so: Am besten fände ich, die großen alten Blinker innen mit guten LEDs zu bestücken. Ich pfeife auf den Luftwiederstand, aber gesehen wird man mit den grossen besser.

steff

Posting automatisch zusammengeführt: 21.07.2018, 15:29

Wormser » 21.07.2018, 15:16 hat geschrieben:
Elbflorentiner » 21.07.2018, 14:21 hat geschrieben:Hat denn mal jemand von euch die Ventile in der Werkstatt einstellen lassen? Mich würden mal interessehalber die Kosten dafür interessieren.

Gruß, Dirk


Ein Kumpel von mir hat das machen lassen, bei einem renomierten Hondahändler.Tank und Teile außenrum hat er schon weggebaut und mit dem Hänger gebracht-- 240 eur.Hat alles gestimmt.Nix eingestellt.


Hohoho, ist das Böse. Siehste mal, bekommt man schon wieder ein gutes Gefühl, so viel Geld gespart zu haben. Der hat den Zylinderkopfdeckel abgeschraubt, die Fühler angesetzt, die Werte notiert, n bisschen Dichtmasse aufgebracht, und wieder zugeschraubt. Stundenlohn von über 400 €. Woaw.

steff
Zuletzt geändert von tahelia am 21.07.2018, 15:29, insgesamt 2-mal geändert.
tahelia
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon Elbflorentiner » 21.07.2018, 22:11

240,- € nur fürs prüfen am vorbereiteten Bike..... Na, da freut sich doch jeder Hobbyschrauber und verbringt gern mal einen Sonntag damit, Ventilspiele zu prüfen und noch einen Sonntag, um die einzustellen. :)

Na, Steff, ein zuschaltbaren elektrischer Turbolader für die CB soll es sein. Grundsätzlich eine prima Idee! Allerdings hat das Motorrad Gleichdruckvergaser. Die Gasschieber werden über die Unterdruckmembran im Saugrohrdruck gesteuert. Also indirekt in Abhängigkeit der Drosselklappenstellung und der resultierenden Druckverhältnisse. Wenn du mittels Impeller Luft zugibst, steigt der Druck vor der Drosselklappe. Der Unterdruck wird weniger. Dieser wirkt über die Bypassbohrung auf die Gasschiebermembran und bewirkt weniger Kraft auf den Gasschieber, der dann über die Feder nach unten gedrückt wird. Der Schieber schließt sich und weniger Luft und Kraftstoff gelangen Richtung Zylinder. Die CB würde langsamer werden, anstatt schneller.
Du brauchst dafür einen anderen Vergasertyp. Einen mit über den Bowdenzug zwangsgeöffneten Gasschieber. Dann sollte es prinzipiell möglich sein.

Gruß, Dirk
Elbflorentiner
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Re: Ventile einstellen

Beitragvon tahelia » 22.07.2018, 02:19

Elbflorentiner » 21.07.2018, 22:11 hat geschrieben:240,- € nur fürs prüfen am vorbereiteten Bike..... Na, da freut sich doch jeder Hobbyschrauber und verbringt gern mal einen Sonntag damit, Ventilspiele zu prüfen und noch einen Sonntag, um die einzustellen. :)

Na, Steff, ein zuschaltbaren elektrischer Turbolader für die CB soll es sein. Grundsätzlich eine prima Idee! Allerdings hat das Motorrad Gleichdruckvergaser. Die Gasschieber werden über die Unterdruckmembran im Saugrohrdruck gesteuert. Also indirekt in Abhängigkeit der Drosselklappenstellung und der resultierenden Druckverhältnisse. Wenn du mittels Impeller Luft zugibst, steigt der Druck vor der Drosselklappe. Der Unterdruck wird weniger. Dieser wirkt über die Bypassbohrung auf die Gasschiebermembran und bewirkt weniger Kraft auf den Gasschieber, der dann über die Feder nach unten gedrückt wird. Der Schieber schließt sich und weniger Luft und Kraftstoff gelangen Richtung Zylinder. Die CB würde langsamer werden, anstatt schneller.
Du brauchst dafür einen anderen Vergasertyp. Einen mit über den Bowdenzug zwangsgeöffneten Gasschieber. Dann sollte es prinzipiell möglich sein.

Gruß, Dirk


Wenn man die auf der Unterseite der Membran den atmosphärischen Druck vermittelnde Bohrung mit dem Überdruck des Impellers kommunizieren lässt, müsste sich doch das Gleichgewicht bei einen um diesen Betrag höheren Wert wieder einstellen, oder? Ob das bedämpft sein muss, welche Hysteresis sich einstellt, ist dann Sache der Empirik.

Übrigens wäre es gut, dieses Pflänzlein eines neuen threads vielleicht umzutopfen. Mein Vorschlag an den Admin, klingt so schön: Kompressor-CB, machbar oder ein Traum?

Das Ding geht mir seit Jahren durch den Kopf, und jede Kritik und Anregung ist mir willkommen.
Wohlbemerkt. Ein Hauptmerkmal dieser Herrichtung ist für mich die Idee, Mehrleistung nicht auf Dauer 'mitzuschleppen', sondern nach Bedarf. Wie die getriggert wird zb ist schon spannend. Einfach den Gasgriff um einen grossen Betrag drehen, wohl das einfachste. Wann fällt die Leistung wieder ab? Recht unmittelbar, aber nicht unvermittelt, nach dem nächsten Bremsen, oder|und Fahren nur mit Minimalbeschleunigung. Möglicherweise könnte man Teile einer Tempomat-Elektronik umstricken, und so es beim TÜV leichter haben.
Alles, was sich schon in Serie bewährt und den Parkour der Abnahmen hinter sich hat, ist ein Vorteil.
Ich stelle mir einfach vor, wie schön das wäre, so ab knapp unter drei, erst sehr zurückhaltend, aber spürbar, dann stetig steigernd, Drehmoment zu spüren. Die jetzige Kurve gefällt mir schon recht gut, so etwa 1000 Umdrehungen tiefer die gleiche Power. Ist auch klar, dass man mit dem Druck auf die Pleuel in den unteren Drehzahlen zurückhaltend sein muss.

Ein erstaunlicher Effekt einer solchen Einrichtung wäre ein sehr effizient und unwesentlich erhöhter Benzinverbrauch.

steff
tahelia
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