CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Allgemeine technische Probleme mit der CB, die in keine der anderen Kategorien passen.

CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Erdbeerblondes » 25.07.2022, 07:28

Hallo zusammen,
Ich bin neu hier. Ich hab ne CB500S pc32 Baujahr 1998. das Ding stand über 10 Jahre und wurde von einem Kumpel wieder flott gemacht.
Jetzt haben wir letztes Wochenende den Vergaser ausgebaut weil sie einfach schlecht gezogen hat im unteren Drehzahlbereich. Und dabei festgestellt, dass eine der Druckspulenfedern kaputt war. Feder bestellt, eingebaut und Teil lief besser. Am Berg hat sie nicht richtig gezogen und etwas gestottert. Festgestellt, dass der Gasgriff zuviel Spiel hat. Also Tank wieder runter und Gaszug entsprechend eingestellt. Jetzt funzt es wieder, aber sie hat ab und an immer noch einen kurzen „Aussetzer“ um die 4500 Umdrehungen. Da fühlt es sich an, wie wenn ich kurz vom Gas gehen würde und dann kommt sie wieder. Ist auch nicht immer, aber ab und an.
Mein Kumpel hat nen gebrauchten Benzinhahn eingebaut und ich weiß jetzt nicht, ob daran eventuell das Problem liegt, weil ich bin 3 km mit geschlossenem Hahn gefahren, bevor ich das gemerkt habe. Daher bin ich am denken, ob es eventuell der Hahn ist.
Kann aber natürlich auch auf dem Holzweg sein und daher frage ich hier bei euch nach. Würde mich über jede Hilfe freuen. Ich selbst schraube auch, brauch aber etwas Anweisung. Den Vergaser hab ich selbst wieder zusammen- und eingebaut. Und die Gaszüge hab ich auch selbst eingestellt.

Dankeschön schon mal im Voraus für eure Hilfe.

Grüße Simone
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Re: CB500S verliert kurz Leistung um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Flyingbrick » 25.07.2022, 07:32

Hallo Simone, herzlich willkommen!

Hm, da fällt die Antwort ein bisschen länger aus. Also nimm Dir 'nen Stuhl :D

Wenn die CB zehn Jahre stand, ist das Wichtigste, den Tank auf Rostbefall zu prüfen. Besonders, falls er (wie so oft) nicht voll war, als die CB abgestellt wurde. Wenn der Tank nicht absolut rostfrei ist, werden alle Probleme immer wieder auftauchen, weil immer wieder Rost den Vergaser blockiert.

Ich gehe mal davon aus, dass es Rost im Tank mindestens gab oder vielleicht sogar noch gibt. Vielleicht habt ihr den Tank schon getauscht oder sanieren lassen?

Dann wäre der Benzinhahn das nächste Thema. Rostpartikel setzen ihn dauerhaft zu. Der Filter auf dem Hahn muss neu, der Hahn selbst kann gereinigt werden. Auch wenn ihr ihn schon getauscht habt, ist er ja ebenso gebraucht wie sein Vorgänger.

Erst jetzt kommen wir zum Vergaser. Wenn ihr den reinigt, möchte ich euch auf zwei Stellen hinweisen. Nummer eins sind die kleinen Siebe, die man nur sieht, wenn man beide Vergaser voneinander trennt. Unten am Vergaser ist ein T-Förmiger Anschluss für den Benzinschlauch. Dort, wo der in die beiden Vergaser geht, sitzen zwei winzige Siebe in der Leitung. Hier sammeln sich viele Rostpartikel, die es durch den Benzinhahn geschafft haben.

Nummer zwei sind die Bypasskanäle. Die Vergaser haben ja diese Ansaugtrichter aus Aluminium. Wenn man die abnimmt, sieht man darunter drei kleine, eingepresste Messingdüsen. Zwei davon führen zur Leerlaufdüse und eine zur Hauptdüse. Vielleicht habt ihr beim Ausbau der Düsen gesehen, dass die seitlich auch kleine Löcher haben? Bei der Hauptdüse sitzen sie im Düsenstock. Die Bypasskanäle von den Ansaugtrichtern zu den Düsen sorgen dafür, dass das durch Haupt- und Leerlaufdüse strömende Benzin mit Luft vernebelt wird. Die Kanäle verstopfen aber und werden häufig auch bei der Ultraschallreinigung nicht sauber, so dass man mechanisch nachreinigen muss. Sehr gut eignen sich dafür diese Werkzeuge:

https://www.amazon.de/WJMY-D%C3%BCsenre ... 225&sr=8-5

Natürlich können an Vergasern noch mehr Teile verdrecken, dies sind nur diejenigen, die am häufigsten übersehen werden. Wichtig ist auch, die Düsennadeln an der Außenseite zu putzen, weil sie nach so langer Standzeit im Düsenstock festkleben und dann beim Gasgeben keinen sauberen Übergang gewährleisten.

Schließlich noch die Frage, ob ihr denn die gleiche Feder nachgekauft habt, die im anderen Vergaser sitzt. Die gibt es nämlich in zwei unterschiedlichen Längen, je nachdem, ob die CB ab Werk gedrosselt war oder nicht. Habt ihr abweichende Federn in beiden Vergasern, öffnen die beiden Vergaser unterschiedlich schnell, das könnte auch schon die Ursache des Problems sein.

Das Spiel am Gasgriff war sicher nicht das Problem (und wird ja auch beim Vergasereinbau eingestellt), das ist nur ein "Komfortfaktor". Auch Deine Beobachtung mit dem Benzinhahn ist nicht unüblich, das dauert tatsächlich eine Weile, bis das Benzin leer ist.
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Chickenmarkus » 25.07.2022, 17:10

Die gleiche Symptomatik wurde bei mir auch schonmal ausgelöst, weil sich eine Schraube an der Batterie etwas gelöst hatte. Der daraus entstandene Wackelkontakt erschwerte überraschenderweise nur bei rund 4000..5000 u/min die Zündung.

Also auch mal alle elektrischen Verbindungen prüfen. Ein heißer Kandidat ist wohl auch ein korrodierter Stecker direkt an der Hauptsicherung.
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Erdbeerblondes » 25.07.2022, 19:39

Guten Abend zusammen,

Also, Tank muss ich wechseln. Weil mein Kumpel meinte der wäre wohl nicht zu sanieren. Allerdings bin ich für zweit-Meinungen offen.
Feder hab ich die gleiche gekauft, Jo hab wohl etwas mehr ausgegeben, aber direkt beim Hondahändler bestellt.

Hmm, jetzt schau ich mir mal die Kontakte an. Und wenn es das nicht ist, dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als den Vergaser nochmals auszubauen und die ganzen Siebe, etc. zu überprüfen und sauber zu machen.
Wenn ich den zerlege, auf was muss ich aufpassen und was much ich danach ggf. Tun zum einstellen?
Oder sollte ich dafür in eine Werkstatt?
Ähjo, könnte ich einfach den Tank mal chemisch reinigen und schauen was passiert? Weil wenn ich Vergaser sowieso auseinander baue, dann könnte ich ja auch mal den Tank reinigen. Und wenn er hin ist, nen anderen drauf machen.
Oder was meint ihr?
Vorab schon mal danke für die eure Hilfe.

Schönen Abend.

Grüße Simone
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Flyingbrick » 26.07.2022, 06:23

Moin Simone,

dann ist Dein Problem damit geklärt. Wie gesagt, solange Du einen rostigen Tank hast, ist jeder andere Schritt unnötig, weil Du maximal fünf Minuten Besserung erzielst, bis neuer Rost für Ärger sucht.
Dein Kumpel hat Recht, was die Tanksanierung angeht,näheres dazu haben wir hier in Text und Bild beschrieben. Du könntest sonst höchstens mal bei dem genannten Betrieb anfragen, der ohne Beschichtung arbeitet. Denn "nen anderen drauf machen" wird vermutlich genau am "anderen" scheitern. Find mal einen guten CB500-Tank in Deiner Farbe...
Danach kannst Du dann den Vergaser und den Benzinhahn erneut reinigen.

Bei der Feder sind die Unterschiede optisch gering, da sind nur 10 mm Abweichung. Prüf das noch einmal durch Nachmessen, Du hast sie ja eh bald wieder in der Hand.
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Erdbeerblondes » 26.07.2022, 07:50

Hallo Micha,

Danke für die ganzen Infos. Reparieren die den Tank ggf. auch, wenn es Probleme geben sollte? Ich muss mal schauen, ob ich Bilder von Innen machen kann. Ist wohl besonders im oberen Bereich um den Einfüllstutzen herum angerostet. Hrmpf, nervt etwas. Aber wird wohl echt das beste sein, den Tank runter zu machen und während er weg ist, den Vergaser zu säubern. Hilft ja alles nix. Sonst ärgere ich mich nur.

Viele Grüße Simone.
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Hondaslider » 26.07.2022, 07:53

Erdbeerblondes hat geschrieben:Allerdings bin ich für zweit-Meinungen offen.

gute Einstellung :)
Vor Jahren habe ich bei meiner SV auch einen nicht mehr zu rettenden Tank Saniert. Der War an einigen Stellen wie ein feines Sieb.
Ich hab damit:
https://www.youtube.com/watch?v=Vx7NOIRBYds
sehr gute Erfahrungen gemacht. War bissl Arbeit hat sich gelohnt. Nur ein Tipp dazu .... Klebe NIEMALS den Tank mit Panzertape ab und lass das längere Zeit Drauf ... gibt " schönes " Muster im Lack :wallb: :heul:
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Flyingbrick » 26.07.2022, 08:02

Genau diese Art Versiegelung ist bei der CB aber eben nicht möglich, deswegen der verlinkte Beitrag. Ich würde auf alle Fälle nach einem guten anderen Tank zu suchen, auch wenn es schwierig wird.
Man kann den Tank auch selbst mit Zitronensäure und einem Tauchsieder entrosten, ist aber eine absolut ekelige Arbeit, ergibt ein Entsorgungsproblem und der Tank ist hinterher sehr anfällig für neuen Rost.
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Hondaslider » 26.07.2022, 09:46

Flyingbrick hat geschrieben:Genau diese Art Versiegelung ist bei der CB aber eben nicht möglich, deswegen der verlinkte Beitrag

Ach so wegen dem Entlüftungsröhrchen. :kratz: . Sowas hat die SV nicht. Ich hätte da versucht einen dünnen Stahldraht durchzuschieben. Ober evtl die Zugänge verschließen, oder bevor das Harz fest ist vorsichtig von oben nach unten mit Reiniger Spülen.
Ich will bei Anna's CB das vorsorglich über Winter mal machen. Mal sehen ... :roll: Wenn es soweit ist Berichte ich ...
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Erdbeerblondes » 26.07.2022, 10:06

Hallo Micha,

Ich muss da selbst mal reinschauen. Mal sehen wie genau der innen aussieht. Ich weiß halt nur was mein Kumpel mir gesagt hat. Danach entscheide ich dann. Auf alle Fälle schon mal danke für deine Hilfe.
Könnte ich hier auch Bilder posten um eure Einschätzung zu bekommen? Das wäre super.
Viele Grüße Simone
Zuletzt geändert von Erdbeerblondes am 26.07.2022, 10:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Flyingbrick » 26.07.2022, 10:16

Michael, schau am besten mal in den Beitrag. Da ist genau erklärt, dass es da keine Tricks gibt, um die Entlüftung frei zu bekommen. Das Röhrchen ist das kleinere Problem, es geht um den Ring. Mit Harz machst Du einen CB-Tank definitiv unbrauchbar.
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Hondaslider » 26.07.2022, 10:45

Flyingbrick hat geschrieben:Michael, schau am besten mal in den Beitrag.

Hab schon alles einschl deiner sehr aussagekräftigen Bilder durch. Natürlich möchte ich den noch recht guten Tank von Anna's CB nicht ruinieren. Ich möchte das Motorrad aber auch so lange wie möglich in gutem Zustand erhalten.
Mal schauen ... der Winter ist lang. :D Wenn ich eine Idee habe melde ich mich bevor ich anfange nochmal.

Gruß
Michael
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Erdbeerblondes » 26.07.2022, 12:09

Hallo Micha,

Du hattest Bilder in dem anderen thread von dem aufgeschnittenen Tank gezeigt. Hast du den deshalb aufgeschnitten, weil er nicht mehr zu sanieren war? Oder war er anderweitig kaputt? Ich frage deshalb, weil die Rostschicht im oberen Teil wohl so bei meinem Tank auch ist.

Viele Grüße Simone
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Flyingbrick » 26.07.2022, 12:41

Das war ein verbeulter Tank, der eh auf den Schrott sollte. Damals wollte ich einfach mal wissen, wie die Entlüftung aufgebaut ist und ob man da dran kommt. Deswegen habe ich ihn aufgeflext (und vorher mit Wasser gespült wegen *bumm*)
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Erdbeerblondes » 26.07.2022, 15:21

Wäre der vom Rost her noch sanierungsfähig gewesen? Also wenn nicht verbeult?
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Re: CB500S „Stottert“ um 4500 Umdrehungen

Beitragvon Flyingbrick » 27.07.2022, 06:31

Na ja, den Rost zu entfernen, wäre möglich gewesen. Aber eben nicht dauerhaft zu beschichten.

Wenn Du selbst etwas machen möchtest, könntest Du das hier probieren:

https://www.rostio.de/rostio-tankentros ... X4EALw_wcB

Du brauchst für die CB500 aber die doppelte Menge.

Damit würdest Du jedenfalls die Entlüftung nicht verstopfen. Zum Entrosten selbst kann man auch eine Mischung aus Zitronensäure und Wasser benutzen, Zitronensäure bekommt man sehr billig im Kanister über eBay. Um den Entrostungsvorgang zu verbessern, hängt man (in beiden Fällen) einen Tauchsieder in den Tank (in den offenen Tankstutzen). Der Vorgang dauert je nach Rostbefall und Mischung mehrere Stunden, aber übertreibe den Säuregehalt nicht. Der Benzinhahn muss dabei abgenommen und durch eine Verschraubung (ich glaube M22) ersetzt werden. Zum Neutralisieren der Säure vor dem Ablassen kannst Du Natron/Backpulver nehmen. Danach den Tank mit dem Brauseschlauch sehr gründlich durchspülen und mit dem Föhn oder der Heißluftpistole trocknen. Unbedingt direkt danach die Emulsion verwenden, der Tank ist in dem Zustand extrem rostgefährdet. Den Lack solltest Du vor und nach der Prozedur mit einem guten Hartwachs schützen.

Richte Dich aber auf eine Riesensauerei ein. Spaß macht das nicht :warte2:
Und "Tank entrosten leicht gemacht" kann ich auch nicht bestätigen :D
Zuletzt geändert von Flyingbrick am 27.07.2022, 06:31, insgesamt 2-mal geändert.
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