Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Beitragvon Drea1968 » 12.04.2022, 13:09

Hallo!

Habe heute meine Kleine wieder aus dem Winterschlaf geholt. Nach etwas Starthilfe sprang sie auch an. Leider musste ich feststellen, dass der Vergaser oder der Zulauf aus dem Tank undicht ist. Ich kann es nicht genau lokalisieren. Hatte den Vergaser zum Einwintern abgelassen ( und die Schrauben auch wieder zugedreht). Das ist das erste Mal seit dem letzten Vergaserausbau (2016), dass es jetzt tropft. :roll:
Habe mal zwei Fotos angehängt, wo man Tropfen sehen kann. Ich habe auch noch den Eindruck, dass es von weiter oben tropft.
Ich werde wahrscheinlich um den Tankabbau und Vergaserausbau nicht herumkommen.
Mir ist nur schleierhaft, wodurch das über den Winter kommen kann. Ungebetener tierischer Besuch?

Freue mich über Eure Hilfe!

Liebe Grüße, Andrea
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Re: Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Beitragvon Pere » 12.04.2022, 16:04

- Tank durchgerostet
- Benzinhahn undicht
- Benzinschlauch porös oder löchrig
- Vergaser undicht
- Schwimmernadel hängt

Das sind die Sachen, die mir spontan dazu einfallen und in der Reihenfolge würde ich das überprüfen - von leicht nach weniger leicht.
Pere
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Re: Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Beitragvon Flyingbrick » 12.04.2022, 16:54

Hallo Andrea, das dürfte tatsächlich mit einem Tier zusammenhängen, wie die meisten Fehler an der CB. Folivora, das Faultier, das ein halbes Jahr die CB nicht bewegt hat und damit ihre Unzuverlässigkeit hervor ruft :D

Im Ernst, die meisten Probleme kommen vom Nicht-Fahren, vermutlich auch Deins. Klopf mal mit dem Griff eines Schraubendrehers gegen die beiden Schwimmerkammern, eventuell hängt der Schwimmer in der geöffneten Position. Mit viel Glück behebt das schon Dein Problem.

Schau als Nächstes mal mit einer Taschenlampe in den geöffneten Tank, ob sich Rost gebildet hat. Das wäre das teuerste, vor allem aufwändigste Problem. Rostpartikel würden dann das Schließen des Schwimmers verhindern.

Nächste Möglichkeit: ein defekter Benzinhahn. Zieh mal den dünnen Gummischlauch vorne am linken Ansaugstutzen ab. Hoffentlich kommt kein Benzin heraus, denn wenn doch, ist der Hahn undicht und muss getauscht werden.

Wenn das alles keine Erkenntnisse bringt, dann leuchte mal von unten auf die Vergaser, ob Benzin am Schlauch herunter läuft, wenn Du startest. Dann hat der Schlauch einen Riss.

Das sind nicht alle Maßnahmen, aber die wahrscheinlichsten, und dazu alle, bei denen Du ohne Einsatz von Werkzeug den Fehler finden würdest.
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Re: Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Beitragvon Drea1968 » 13.04.2022, 09:48

@Pere: Danke für Deine Auflistung. Werde ich in den nächsten Tagen mal durchgehen. Den Tank fülle ich zum Einwintern immer „Oberkante Oberlippe“, also so bis nichts mehr reingeht bei geschlossenen Tankdeckel.

@ Micha: Wie kann der Vergaser undicht werden? Schläuche kann ich aufgrund der Materialermüdung verstehen.



Vielen Dank erstmal für Eure Hilfe

LG Andrea
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Re: Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Beitragvon Pere » 13.04.2022, 12:30

Die Vergaser werden über ein T-Stück aus Plastik, an dem der Benzinschlauch hängt, mit Sprit versorgt.
Dort sind Gummiringe zur Abdichtung - vielleicht haben die ihre besten Tage schon hinter sich.
Die Dichtung der Schwimmerkammer könnte auch defekt sein, aber das ist unwahrscheinlich.
Michas Tip mit dem Klopfen an die Schwimmerkammer ist gut. So hatte ich meine Guzzivergaser "dicht" bekommen.
Pere
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Re: Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Beitragvon Flyingbrick » 13.04.2022, 14:47

Wir haben das mal ein bisschen per WhatsApp eingegrenzt. Die Honda hat Rost im Tank, vermutlich sorgt das für (mindestens) ein undichtes Schwimmernadelventil. Andrea, lass uns ruhig hier weiter schreiben, bitte, dann lernen auch andere daraus.
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Re: Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Beitragvon sb500 » 13.04.2022, 19:02

Kann auch bei vollem Tank Rost entstehen oder war der schon?

Ich habe übrigens sehr gute Erfahrung gemacht beim Überwintern mit Shell V Power (oder Aral 102) volltanken und Bactofin hinzufügen und einfach abstellen. Ist sofort angesprungen und lief genau wie vor der Winterpause.
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Re: Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Beitragvon Drea1968 » 13.04.2022, 19:07

Hallo, liebe Fangemeinde! ;)

Habe mich heute nach Feierabend nochmal zu meiner Kleinen gesellt. Als erstes gab es was mit dem Schraubenziehergriff gegen die Schwimmerkammern.
Das scheint schon Wunder bewirkt zu haben. Habe sie dann ca. 5 Minuten laufen lassen, es tropfte nichts mehr!
Habe dann noch ein Foto des Benzinfilters mit Taschenlampe gemacht, denn das Foto von gestern Abend war bei schlechten Licht, deshalb sah es nach Rost aus.
Wenn ich mit der Taschenlampe in den (vollen) Tank leuchte, sehe ich wenige dunkle Punkte ( maximal Größe eines Reiskorns von der Fläche her).
Micha meinte, das könnte ich lassen, sollte aber den Benzinfilter mal reinigen oder austauschen.

Ich danke Euch für Eure Hilfe!
Noch einen schönen Abend und schon mal frohe Ostern!

Liebe Grüße

Andrea
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Re: Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Beitragvon Flyingbrick » 13.04.2022, 21:13

sb500 » Mi 13.Apr, 2022 hat geschrieben:Kann auch bei vollem Tank Rost entstehen oder war der schon?

Ich habe übrigens sehr gute Erfahrung gemacht beim Überwintern mit Shell V Power (oder Aral 102) volltanken und Bactofin hinzufügen und einfach abstellen. Ist sofort angesprungen und lief genau wie vor der Winterpause.


Ja, obwohl das möglichst randvolle Tanken nach wie vor die erste Wahl ist und Deine Methode mit Bactofin und Super Plus (egal, von wem) sicher das Optimum darstellt.

Bactofin bzw. Wagner als Hersteller hat auf deren Webseite schon einiges dazu geschrieben. Kurz zusammengefasst ist die Beimischung von Bioethanol Fluch und Segen zugleich. Schon immer waren geringe Mengen Wasser im Benzin, die bei der Lagerung entstanden sind. Früher waren Wasser und Benzin nicht vermischbar, es bildeten sich winzige Tröpfchen im Benzin, die sich an der tiefsten Stelle beim Benzinhahn sammelten und auch schon mal vor einer Düse dafür sorgten, dass der Motor ins Stottern kam. Fuhr man länger nicht, konnte an den punktförmigen Stellen, an denen der Tropfen im Tank war, deutlicher Rost entstehen. Ich hatte damals an einer CB50 (nicht 500) sogar nadelfeine Durchrostungen am Tankboden. Manche haben früher Spiritus in das Benzin gemischt, denn das sorgte dafür, dass das Wasser sich mit dem Benzin vermischt und mit verbrannt wird (schlagt mich, ich bin kein Chemiker).

Ethanol, also Alkohol, tut genau das. Es bindet das Wasser an sich und sorgt bei denen, die regelmäßig fahren, tatsächlich für einen rostfreien Tank, weil die Wasserreste mit verbrennen. Blöd nur, dass Ethanol hygroskopisch ist und (ähnlich wie bei der Bremsflüssigkeit) Wasser aus der Umgebungsluft anzieht. Und damit haben Wenigfahrer, deren Tankfüllung teils jahrelang hält oder bestenfalls nur mal ein bisschen aufgefüllt wird, ein Problem. Wenn das Motorrad lange abgestellt wird, zieht das Benzin u.a. über die Tankbelüftung immer mehr Wasser an. Zunächst hält das Ethanol es in der Schwebe, aber mit steigendem Wasseranteil kommt der Zeitpunkt, an dem sich richtig schön flächig Rost im Tank ausbreitet. Dazu kommt, dass das Benzin viel schneller als früher seine gute Zündwilligkeit verliert. Man geht von einer "Lagerungsfähigkeit" im Bereich einiger Monate aus. Ab da sinkt die Qualität sehr schnell. Hier kommt der Vorteil des Super Plus ins Spiel, das von vornherein zündwilliger ist und darum auch länger gelagert werden kann. Wenn Du heute einen mit E-irgendwas gefüllten Tank nach zwei, drei Jahren öffnest, stinkt der Sprit erbärmlich.

Wagner hat die Bildung von Bakterien besser erklärt als ich das könnte. Ich weiß nur, dass Probleme mit Tankrost massiv zugenommen haben. Gerade an der CB ein böses Problem. Erstens, weil die Tanksanierung hier viel schwieriger ist als bei anderen Modellen, weil die Tankbelüftung leicht verstopft. Andererseits, weil die CB bei Fahranfängern so beliebt ist und es so gut wie keine guten Tanks mehr gibt. Alle verbeult und zerschunden. Es lohnt also der Aufwand, seinen Tank mit allem, was geht, gegen Rost zu schützen (und mit Sturzbügeln usw. vor Umkippschäden).

Durch Volltanken sinkt erstens der nicht benetzte Teil des Tanks, zweitens bleibt wenig Raum für die Umgebungsluft und deren Luftfeuchtigkeit. Es ist darum immer noch erste Wahl (wenn man von wenig praktikablen Sachen wie völligem Entleeren und Konservieren absieht). Und tut euch den Gefallen, mindestens zwei Tankfüllungen im Jahr zu verfahren, um den alten Sprit irgendwann durch neuen zu ersetzen. Schluck Bactofin in den langen Standzeiten dazu, und alles ist schön. Mein 1995er Tank ist wie neu und das soll auch so bleiben.
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Re: Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Beitragvon sb500 » 13.04.2022, 22:30

Danke für die ausführliche Erklärung.

Die Benzinmarken hatte ich genannt, da ich gelesen habe, dass diese beiden Produkte (evtl. inoffiziell, das weiß ich nicht) komplett frei von Ethanol sein sollen. Wie das bei anderen Super Plus Sorten ist, weiß ich nicht.
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Re: Vergaser oder Zulauf nach Winterpause undicht

Beitragvon Pere » 14.04.2022, 00:35

Zu dem Thema atte ich mal Aral und Total angeschrieben und von beiden die Antwort erhalten, dass in deren "Spitzenprodukten" kein Ethanol zum EInsatz kommt und dass die E5-Aufkleber an den Tanksäulen rechtlich gerfordert sind.
Nachprüfen kann ich das nicht, aber immerhin ein offiziöses Statement.
Zuletzt geändert von Pere am 14.04.2022, 00:35, insgesamt 1-mal geändert.
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