Stehbolzen beim Kettenradwechsel gelöst

Stehbolzen beim Kettenradwechsel gelöst

Beitragvon mineleon » 24.07.2026, 23:09

Hallo,

das ist mein erster Beitrag, weswegen ich mich an dieser Stelle auch kurz vorstellen möchte. Ich bin Leon und seit knapp 6 Jahren begeisterter CB500-Fahrer (PC26) und schon länger großer Honda-Fan.

Nun zu meinem Problem:
Der Vorbesitzer bzw. die ehemalige Werkstatt, welche den Kettensatz getauscht hat, hat es mit der Sicherung gut gemeint. Obwohl die Kettenradmuttern bereits selbstsichernd sind, wurde zusätzlich noch Schraubensicherungsmittel aufgetragen. Beim vermeintlichen Lösen der Muttern war dementsprechend nicht die Mutter, sondern der Stehbolzen das schwächere Glied. Ich habe es geschafft, alle 5 Stehbolzen mit herauszudrehen, statt nur die Muttern zu lösen. :roll:

Ich stehe jetzt vor dem Problem, alle 5 wieder korrekt zu befestigen.
Hierzu habe ich bereits folgendes kontrolliert: Alle Gewinde (innen im Kettenradträger sowie außen am Stehbolzen) sind gereinigt und sehen unbeschädigt aus. Die Stehbolzen haben, wie eventuell schon aus anderen Forenbeiträge bekannt, auf beiden Seiten M12x1,25-Feingewinde mit einem Absatz dazwischen, der die Einschraubtiefe zwischen dem Stehbolzen und den Kettenradträger (aus Aluguss) mechanisch begrenzt.

In den üblichen Anzugswerte-Tabellen (Bucheli, Haynes) findet sich nur der Drehmomentwert für die Muttern (M12x1,25 mit 90 - 100 Nm), aber keine separate Angabe fürs Einschrauben des Stehbolzens selbst. Falls jemand zufällig doch eine Quelle dafür hat, wäre ich sehr dankbar.

Konkrete Fragen:
1. Soll ich die Stehbolzen mit zwei gekonterten Muttern bis zum Anschlag einschrauben und anschließend nur noch nach Gefühl nachziehen oder gibt es dafür ein empfohlenes Drehmoment?
2. Ich würde zusätzlich auf die Seite des Stehbolzens, welche in den Kettenradträger verschraubt wird, noch Schraubensicherungsmittel (mittelfest) auftragen, damit dieser Vorfall nicht wieder eintritt. Seht ihr das genauso?

Falls es bereits einen Foreneintrag diesbezüglich geben sollte, wäre ich über eine Verlinkung sehr dankbar :up:

Viele Grüße und vielen Dank
Leon
mineleon
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Re: Stehbolzen beim Kettenradwechsel gelöst

Beitragvon Maybach » 25.07.2026, 09:08

Servus Leon, ich würde wie folgt vorgehen:
1. Gewinde am Bolzen und im Kettenblattträger reinigen. Wenn alle Gewinde intakt sind, dann
2. Bolzen mit einer mittelfesten Schraubensicherung mittels gekonterter Muttern wieder einschrauben und und mit nicht mehr als 35Nm anziehen.
3.Neues Kettenrad montieren und Muttern mit 90Nm ohne Schraubensicherung anziehen.
Zuletzt geändert von Maybach am 25.07.2026, 09:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stehbolzen beim Kettenradwechsel gelöst

Beitragvon mineleon » 25.07.2026, 11:19

Hallo Maybach,
danke erstmal für deine sehr schnelle Antwort auf meinen Forenbeitrag. :)

An genau das gleiche Vorgehen hab ich auch gedacht. Einzig und allein die Drehmomentangabe hat mir gefehlt.
Hierzu hab ich gleich noch die Frage, woher du die Drehmomentangabe von 35 Nm hast und ob du bereits einen solchen Fall hattest und es damit geklappt hat.

Ich möchte ungern meinen Kettenradträger schrotten. Bislang ist er nämlich völlig intakt. Außerdem möchte ich den Gebrauchtteilemarkt nicht unnötig verkleinern. :up:

Viele Grüße
Leon
mineleon
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Re: Stehbolzen beim Kettenradwechsel gelöst

Beitragvon Flyingbrick » 25.07.2026, 14:44

Ich würde das auch so machen wie von Wolfgang beschrieben.

Mehr als die 35 Nm wirst Du am ausgebauten Kettenradträger eh nicht hinbekommen und das Teil wird auch nicht leicht zu halten sein; da nehme ich keinen Drehmomentschlüssel, sondern ziehe von Hand an, was geht.

Wenn Du das Kettenblatt befestigst, unbedingt die richtige Auflage kontrollieren und zunächst einfach nur mit der Knarre halbwegs anziehen. Dann Kettenradträger ins Rad einsetzen, Rad Komplett mit Kette usw. verbauen und erst, wenn alles montiert ist, ziehst Du wirklich fest. Dazu:

1/2" Drehmomentschlüssel auf 30 Nm einstellen, die Verlängerung oben auf der Schwinge auflegen und dann über Kreuz anziehen (jede zweite Schraube 1-3-5-2-4, bis Du rum bist).
Danach das Ganze mit 60 und schließlich 90 Nm wiederholen.

Niemals direkt einen einzelnen Bolzen mit 90 Nm anziehen, das geht schief.
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Re: Stehbolzen beim Kettenradwechsel gelöst

Beitragvon mineleon » 26.07.2026, 11:58

Hi Micha und Wolfgang,

ich hoffe, dass ein „Du“ für euch ebenfalls in Ordnung ist.

Zunächst möchte ich mich noch einmal bei euch (insbesondere aber bei dir Micha) für die wirklich ausführliche Beschreibung sowie für die sehr schnelle Beantwortung meiner Frage bedanken. :) :up:

Tatsächlich habe ich gestern alles wieder zusammengebaut, weshalb ich meine Erfahrungen kurz für alle mit einem ähnlichen Problem teilen möchte.

Erfahrungsbericht:
Angefangen habe ich mit einer erneuten Reinigung und Entfettung aller Gewindeflächen. Anschließend wurde der Kettenradträger wieder ins Hinterrad eingesetzt und zwei Gewindemuttern auf der runden Seite des Stehbolzens miteinander gekontert. Zum Kontern habe ich eine Halb- und eine Originalmutter verwendet. Danach habe ich auf die Gewindeseite des Stehbolzens, welche die Abflachung bzw. gerade Fläche aufweist, reichlich Schraubensicherung (Loctite 243, Wichtig: Die Zeit bis zur Handfestigkeit beträgt ca. 45 Minuten!) aufgetragen.
Der Stehbolzen wurde anschließend zunächst vorsichtig von Hand einige Gewindegänge eingeschraubt und danach mit einem auf 10 Nm eingestellten Drehmomentschlüssel angezogen. Interessanterweise hält die mechanische Verbindung zwischen Stehbolzen und Kettenradträger nicht mehr als etwa 10 Nm aus. Bei einem höheren Drehmoment dreht sich der Stehbolzen lediglich weiter in den Kettenradträger hinein.

Offtopic:
Diesbezüglich muss ich Micha bezüglich der erwähnten 35 Nm recht geben. Ich habe es spaßeshalber tatsächlich ausprobiert, den Stehbolzen im ausgebauten Zustand noch weiter einzuschrauben. Allerdings lässt sich der Kettenradträger in der Hand kaum so festhalten, dass man ein entsprechend hohes Drehmoment übertragen kann. Deshalb habe ich es bei den 10 Nm belassen. Wie bereits erwähnt, drehte sich der Stehbolzen bei höherem Drehmoment ohnehin nur weiter hinein. Glücklicherweise hatte ich von einem Ersatzteilspender noch einen weiteren Kettenradträger rumliegen, den ich für mein Motorrad jedoch an dieser Stelle noch nicht verwenden wollte. Dadurch konnte ich die Einschraubtiefe der Stehbolzen miteinander vergleichen und kontrollieren.

Weiter im Kontext des Erfahrungsberichts:
Bezüglich der eben erwähnten Einschraubtiefe habe ich am originalen Kettenradträger eine verbleibende Stehbolzenlänge von ca. 21–22 mm (gemessen ab der Planfläche, auf welcher später das Kettenrad aufliegt) ermittelt. Dementsprechend habe ich alle Stehbolzen an meinem Kettenradträger so weit eingeschraubt, dass die verbleibende Stehbolzenlänge jeweils übereinstimmt.
Anschließend wurde das Kettenrad aufgelegt, dessen Plansitz kontrolliert und anschließend bei ausgebautem Hinterrad mit eingesetztem Kettenradträger die Muttern nach dem bekannten sternförmigen Muster (1, 3, 5, 2, 4) zunächst handfest angezogen. Das endgültige Anziehen erfolgte anschließend stufenweise mit den Drehmomenten 15, 30, 45, 60 und schließlich 90 Nm. Abschließend habe ich sicherheitshalber alle fünf Muttern nochmals mit 90 Nm kontrolliert („nachgeknackt“), bevor das Hinterrad wieder eingebaut wurde.

Noch als zusätzliche Information:
Laut technischem Datenblatt von Loctite 243 wird die vollständige Endfestigkeit bei einer Stahl-Stahl-Verbindung erst nach etwa 72 Stunden erreicht. Da es sich hier jedoch um eine Stahl-Aluminium-Verbindung handelt, dürfte die tatsächliche Aushärtezeit etwas davon abweichen. Der Hersteller nennt auf seiner Webseite eine Mindestwartezeit von 24 Stunden. Diese würde ich in jedem Fall einhalten. Wer die Möglichkeit hat, die CB etwas länger stehen zu lassen, sollte meiner Meinung nach jedoch lieber mindestens 72 Stunden ab dem endgültigen Anziehen auf 90 Nm abwarten.
Zusätzlich würde ich empfehlen, während der ersten Ausfahrten nach der Reparatur den festen Sitz der Stehbolzen regelmäßig zu kontrollieren. Hierfür reicht im einfachsten Fall ein 19er Maul-Ringschlüssel aus. Sollte sich ein Stehbolzen gelöst haben, lässt sich dies damit sofort erkennen.

Abschließend möchte ich mich noch einmal für eure schnelle und kompetente Hilfe bedanken.
Vielleicht hilft dieser Erfahrungsbericht ja auch dem einen oder anderen, der künftig vor demselben Problem steht. :up:

Viele Grüße
Leon :tschoe: :kommen:
mineleon
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Re: Stehbolzen beim Kettenradwechsel gelöst

Beitragvon Flyingbrick » 27.07.2026, 07:16

10 Nm ist das Drehmoment, mit dem Du die kleinen Schräubchen seitlich am Motordeckel anziehst (M6 mit 8mm Sechskantkopf). Das ist viel zu wenig!
Was meinst Du mit "dreht sich nur weiter hinein"? Die Bolzen haben, wie Du ja beschrieben hast, einen Bund, und bis zu dem müssen sie auch eingeschraubt sein. Du kannst nicht den Bolzen nur ein Stück weit eindrehen, der muss schon aufliegen, und erst dann gibt es auch Drehmomente zu messen! Es geht nicht um "reichlich Schraubensicherung", sondern um das korrekte Eindrehen der Bolzen. Hast Du die falsch herum eingedreht, wofür auch der geringe Überstand des Gewindes spricht?

Du machst da eine Wissenschaft draus, aber ich habe nicht das Gefühl, dass Du das korrekt umgesetzt hast. Auch durch das nochmalige Halbieren der Schritte beim Anziehen, aber auch da drehst Du am ausgebauten Rad statt, wie geraten, am eingebauten. Das verändert die Werte, weil Du eben kein festes Widerlager hast.
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Re: Stehbolzen beim Kettenradwechsel gelöst

Beitragvon mineleon » 27.07.2026, 08:40

Hi Micha,

danke erst einmal für deine Rückmeldung. Und entschuldige, wenn ich deiner Meinung nach aus der Sache eine kleine Wissenschaft mache. Das liegt letztendlich einfach daran, dass ich angehender Maschinenbauingenieur bin (aktuell noch im Masterstudium, weshalb ich mich noch nicht "richtiger" Ingenieur nennen möchte, auch wenn der Titel schon da ist). Dementsprechend mache ich mir viele Gedanken über Themen wie Sicherheit, Werkstoffverhalten und eine fachgerechte Instandsetzung.
Meine Schraubererfahrung (Motorräder und Autos) beträgt inzwischen zwar knapp neun Jahre, trotzdem bin ich der Meinung, dass man nie auslernt und von den Erfahrungen anderer immer etwas mitnehmen kann. Deshalb frage ich lieber einmal mehr nach, wenn ich mir bei etwas unsicher bin – so wie in diesem Fall.

Bezüglich deiner Frage „Was meinst Du mit 'dreht sich nur weiter hinein'?“:
Genau, die Stehbolzen besitzen einen Bund, dessen Anliegen beim Einschrauben in den Kettenradträger auch deutlich spürbar ist. Dieser Widerstand lag bei mir ungefähr bei 10 Nm. Sobald ich versucht habe, mit einem höheren Drehmoment weiter anzuziehen, hat sich der Stehbolzen lediglich weiter in den Kettenradträger hineingeschraubt.
Meine Vermutung ist daher, dass sich der Bund des Stehbolzens aufgrund der höheren Festigkeit des Stahls in den Aluminiumguss des Kettenradträgers eingedrückt und diesen plastisch verformt hat. Hätte ich das Drehmoment weiter erhöht, wäre der Stehbolzen vermutlich immer tiefer in den Kettenradträger eingezogen worden und hätte das Bauteil im schlimmsten Fall beschädigt. Aus werkstofftechnischer Sicht erscheint mir dieses Verhalten zumindest plausibel.

Der Stehbolzen ist jedenfalls vollständig bis zum Bund eingeschraubt. Anschließend habe ich die verbleibende Stehbolzenlänge (ca. 22 mm, gemessen ab der Planfläche des Kettenradträgers) mit einem vorhandenen Ersatz-Kettenradträger verglichen. Beide Maße stimmen exakt überein, weshalb ich davon ausgehe, dass die Einschraubtiefe korrekt ist. Auch nach dem Aufsetzen des Kettenrades und dem Anziehen der Muttern sieht die verbleibende Gewindelänge identisch aus. Ich werde das heute dennoch einmal an der CB500 meiner Partnerin sowie an meiner Maschine nachmessen. Sollten beide Werte ebenfalls übereinstimmen, wäre das für mich ein weiterer Hinweis darauf, dass die Stehbolzen korrekt eingeschraubt sind.

Zu deiner Frage, ob ich die Stehbolzen eventuell falsch herum montiert habe:
Nein, das kann ich ausschließen. Zum einen habe ich den direkten Vergleich mit dem Ersatz-Kettenradträger, zum anderen habe ich auch auf der Rückseite (dort, wo die Antriebsruckdämpfer sitzen) kontrolliert, wie weit die Stehbolzen herausstehen. Bei beiden Kettenradträgern ergibt sich das gleiche Bild.

Zum letzten Teil deiner Nachricht:
Die feinere Abstufung der Drehmomente habe ich lediglich gewählt, weil ich mir anfangs nicht sicher war, wie belastbar der Kettenradträger durch die Reparatur in diesem Bereich ist und mich deshalb vorsichtig herantasten wollte.
Den Hinweis mit dem Widerlager werde ich auf jeden Fall berücksichtigen und das Anzugsdrehmoment am eingebauten Hinterrad noch einmal kontrollieren. Ich gehe allerdings davon aus, dass der Drehmomentschlüssel unmittelbar auslösen wird, da ich das Hinterrad beim ersten Anziehen auf Holzlatten aufgelegt und mit den Beinen ausreichend gegen Verdrehen abgestützt hatte.
Eine Verlängerung werde ich dabei möglichst nicht verwenden, da diese sich elastisch tordiert und somit minimal das Drehmoment verfälscht. Zusätzlich verändert das Abstützen der 1/2 Zoll-Verlängerung auf der Schwinge, bedingt durch die auftretende Reibung, das Drehmoment. Beide Aspekte führen am Ende dazu, dass ich weniger Drehmoment als die 90 Nm auf die Muttern aufbringe (auch wenn der Fehler eventuell nur minimal ist). Das Hinterrad werde ich stattdessen über die Hinterradbremse gegenhalten und anschließend alle Muttern nochmals mit 90 Nm kontrollieren.

Abschließend würde mich noch interessieren, ob du diesen Fall mit den Stehbolzen schon einmal selbst hattest. Falls ja: Konntest du die von dir genannten 35 Nm tatsächlich erreichen? Eventuell hat mein Kettenradträger in diesem Bereich einen Materialschaden oder ist durch vorherige Arbeiten bereits vorgeschädigt, sodass sich der Bund des Stehbolzens leichter in das Material eingezogen hat.

Ich danke dir auf jeden Fall vielmals für deine Antwort und die Zeit, die du dir für die Beantwortung meines Forenbeitrags nimmst.

Viele Grüße
Leon
Zuletzt geändert von mineleon am 27.07.2026, 08:40, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Stehbolzen beim Kettenradwechsel gelöst

Beitragvon Flyingbrick » 27.07.2026, 10:32

Ja, die Theorie ist sehr wichtig. Aber die Praxis fehlt.
Ich formuliere mal vorsichtig: der Text ist super formatiert und mit vielen Gedanken untermauert. Aber Deine Verschraubung ist im *** und Du versuchst, das durch möglichst wissenschaftliches Vorgehen so zu verpacken, dass hinterher alles gut ist.
Und das kann nicht funktionieren. In der Praxis weiß man, dass eine so massive Verschraubung nicht mit 10 Nm verschraubt wird. Geht das also nicht, ist etwas falsch zusammen gebaut oder kaputt.

Der Bolzen hat einen Bund als Anschlag und wird bis zum Aufsetzen des Bundes verschraubt. Die 90 Nm der Mutter muss auch diese Verschraubung aushalten. Wenn Du sagst "der Bolzen geht bei mehr als 10 Nm nur weiter rein" dann ist er nicht weit genug eingeschraubt. 10 Nm mache ich Dir mit dem Schraubgriff aus dem Viertelzollkasten! Andere Möglichkeit: die Innengewinde sind kaputt und überdrehen. Oder, wie gesagt, Bolzen falschrum.
Zuletzt geändert von Flyingbrick am 27.07.2026, 10:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stehbolzen beim Kettenradwechsel gelöst

Beitragvon KarlMeiDrobbe » 30.07.2026, 11:07

Mit wieviel Nm der Stehbolzen am Kettenradträger festgezogen wird, entscheidet doch eigentlich nur darüber, ob er beim nächsten lösen bleibt wo er ist, oder ob er wieder mit hinauskommt? Locktight regelt das zusätzlich. Eventuell sogar dann, wenn der Stehbolzen nur ganz lose bis zum Bund eingedreht wurde?

Wichtig ist, dass der Stehbolzen vollständig eingeschraubt wird. Die sichere und kraftschlüssige Verbindung entsteht dann, wenn die Kettenradmuttern ihre 90Nm kriegen.Die "ziehen" dann den Stehbolzen in richtung raus und dieser verpresst sich mittels Flächenpassung im Gewindegang des Kettenradträgers. So ist der Stehbolzen "automatisch" mit 90Nm im Kettenradträger verankert.

:kratz:

Oder hab ich mal wieder Hirnblähungen? :winke0002:

Posting automatisch zusammengeführt: 30.07.2026, 10:29

Beim Festziehen der Kettenradmuttern mit 90Nm würde ich den Kettenradträger eher nicht lose in der Hand halten. Warum also beim Einschrauben der Stehbolzen?

Prinzipiell finde ich es immer gut, wenn man versucht, dinge theoretisch zu ergründen, um zu verstehen, was man tut. wenn man das öffentlich tut, können alle davon lernen. Das ist Großartig, zumal man dazu die Testikel haben muss, eventuell etwas "dumm auszusehen", wenn man sich irrt oderso. Also Hut ab! :up:

Aber ich muss Micha auch beipflichten: man kann es übertreiben. Ob nu 90, 90.0001 oder 89,7Nm macht wirklich gar keinen Unterschied. außerdem müsstest Du noch die Ruckdämpfer durch Stahlgussteile ersetzen... ;)

Und ein Drehmomentschlüssel, der präzise genug ist, um solche Toleranzen zu unterbieten kostet DEUTLICH mehr als mein Motorrad...

Posting automatisch zusammengeführt: 30.07.2026, 11:07

mineleon » 27.07.2026, 08:40 hat geschrieben:Dementsprechend mache ich mir viele Gedanken über Themen wie Sicherheit, Werkstoffverhalten und eine fachgerechte Instandsetzung.


mineleon » 27.07.2026, 08:40 hat geschrieben:Meine Vermutung ist daher, dass sich der Bund des Stehbolzens aufgrund der höheren Festigkeit des Stahls in den Aluminiumguss des Kettenradträgers eingedrückt und diesen plastisch verformt hat. Hätte ich das Drehmoment weiter erhöht, wäre der Stehbolzen vermutlich immer tiefer in den Kettenradträger eingezogen worden und hätte das Bauteil im schlimmsten Fall beschädigt.


Ich glaube, dass sich der Bund etwas in den ersten Gewindegang eingräbt, dieser sich zunächst etwas plattdrückt und sich das Drehmoment anschließend Exponentiell erhöht. Wenn man weiter schrauben will, um den Bund "immer weiter" in den Gewindegang hineinzudrehen ist erfahrungsgemäß schnell recht viel Gewalt erforderlich. Eventuell zieht man das Alugewinde aus dem Träger und formt eine glattwandige Bohrung draus. Ich kenne Leute, die schaffen sowas auch ohne große Anstrengung "im Handumdrehen". Aber dann mit vielfach mehr als 35Nm.
Zuletzt geändert von KarlMeiDrobbe am 30.07.2026, 11:07, insgesamt 5-mal geändert.
KarlMeiDrobbe
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